Stillen gut fürs Klima, hebammen.at informiert
GASTBLOG zur WELTSTILLWOCHE 28.9. – 4.10.2020:

 

7 Fakten, warum Stillen gut fürs Klima ist

Ein Aspekt, der beim Stillen oft außer Acht gelassen wird, ist der extreme Vorteil für das Klima! Ja, Stillen ist super für den Klimaschutz! Wieso? Ich habe mich für euch schlau gemacht und euch ein paar Fakten dazu herausgesucht. Viele Informationen gibt es leider zu der Thematik noch nicht, dabei wäre das ein wichtiger und großer Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel!

Babyfläschchen – die Nachteile für das Klima

Wird Dein Kind ausschließlich durch Muttermilch-Ersatz-Nahrung aus der Flasche ernährt, dann bedeutet das für den Klimaschutz einen großen Nachteil. Fläschchen sind aufwendig in der Herstellung und es werden zahlreiche Rohstoffe dazu benötigt. Die Herstellung erfolgt unter hohem Energieaufwand. Reichlich Plastik ist für Verpackungsmaterial, für die Saug-Aufsätze aber auch für die Herstellung generell erforderlich. Dies wäre nicht nötig, wenn in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich gestillt werden würde.

Auch werden mehr Personal, sowie Fabriken zur Herstellung benötigt. Weiters beziehen viele Kliniken ausschließlich Einmalprodukte – sprich die Flasche, der Sauger sowie die Verpackung werden nach jeder Mahlzeit sofort entsorgt. Die Müllmassen, die dabei entstehen, sind enorm. Dies wird gemacht, da bei Neugeborenen ganz besonders auf Hygiene geachtet werden muss. Dies bedeutet allerdings hohen Aufwand und viel Energie, die dabei verpufft.

Muttermilch-Ersatz-Nahrung (Pre-Nahrung) – die Nachteile fürs Klima

Auch hier ist ein großer Nachteil zu bemerken. Die gängigen Muttermilch-Ersatznahrungs-Pulver sind auf Kuhmilchbasis aufgebaut. Durch 1 Jahr Stillen sparst Du 230 Liter Kuhmilch (1 kg Milchpulver = 7 Liter Kuhmilch)! Das ist eine bedenkliche Menge! Durch 1 Jahr Stillen sparst Du zusätzlich 130kg CO2! Die Massentierhaltung trägt einen enormen Teil zur Klimaerwärmung bei (18% der globalen Treibhausgase).

Der negative Umwelt-Einfluss von Muttermilch-Ersatznahrung ist daher ganz deutlich. Sofern möglich sollte daher immer auf echte Muttermilch zurückgegriffen werden.

Wichtig ist mir noch anzumerken, dass wir natürlich sehr dankbar für Muttermilch-Ersatznahrung sind! In manchen Fällen ist diese nämlich die Rettung in der Not. Sowohl bei medizinischer als auch psychologischer Indikation ist es wichtig, dass der Mutter Milchpulver zur Verfügung gestellt werden kann. Dennoch finde ich, dass die Vorteile für das Klima oft übersehen werden, wenn es um die Still-Thematik geht! Genauso wie es derzeit einen (für das Klima durchaus positiven) „Trend“ zum vegetarischen Lebensstil/Veganismus gibt, würde ich gerne den Trend zum Stillen fördern!

Stillen für den Klimaschutz – 7 Fakten auf einen Blick:

  • Stillen benötigt keine zusätzlichen Ressourcen
  • Stillen benötigt keine externe Energie (z.B. für Fläschchenwärmer, Wasserkocher, Transport von Milchpulver, Herstellung,…)
  • Stillen verbraucht kein Plastik
  • Stillen benötigt keine Kuhmilch
  • 1 Jahr volles Stillen spart 130kg CO2
  • 1 Jahr volles Stillen spart 230 Liter Kuhmilch
  • Stillen spart Kosten im Bereich der Tierhaltung, Herstellung, Transport, Personal, Verpackung, Müllentsorgung

>> Mehr über die Vorteile von Stillen erfahren.

 

Das ist ein Gastblogbeitrag von Hebamme Tini Ruthofer

Hebamme Tini Ruthofer  möchte Mamas und Papas Informationen rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft vermitteln –  als „Sinnfluenzerin“. Über ihren persönlichen Hebammenblog auf Instagram versorgt sie bereits zahlreiche junge Familien, Frauen, Mütter, Mädchen, werdende Hebammen, Großmütter, etc. mit nützlichen Hebammen- Informationen. Und nun auch hier als regelmäßige Gastbloggerin auf hebammen.at. Instagram: hebamme.tini ++ Facebook: Hebamme Tini – Gut aufgehoben sein  ++  Webseite: www.hebammetiniruthofer.at