Coronavirus – FAQ

Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Leben mit dem Baby – HEBAMMEN ANTWORTEN auf häufige Fragen rund um das Coronavirus

Update: 25. Jänner 2021

Muss ich als Schwangere eine FFP2 Maske tragen?

Schwangere sind ausgenommen von der Pflicht, eine FFP2 Maske zu tragen. Ein herkömmlicher MNS ist jedoch zu tragen. Aufgrund der derzeitigen Studienlage kann das Tragen einer FFP2 Maske bis zu 1 Stunde als unbedenklich angesehen werden.

Muss ich bei den Wochenbettvisiten der Hebamme zuhause eine FFP2 Maske tragen?

Die Hebamme ist verpflichtet, eine FFP2 Maske zu tragen. Weiters wird das Gesundheitspersonal ab 25.1.21 wöchentlich getestet. Um jedoch das Ansteckungsrisiko für Sie und Ihre Familie möglichst gering zu halten, sollte eine entsprechende Maske getragen werden.

Ich bin schwanger. Soll ich mich gegen Covid 19 impfen lassen?

Die Covid-19 wird Schwangeren derzeit nur nach strenger Nutzen-Risiko Abwägung empfohlen, da noch keine Studien für die Anwendung in der Schwangerschaft vorliegen. Die Entscheidung zur Impfung sollten Sie gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärzt*in fällen.

Ich stille. Ist eine Impfung gegen Covid-19 dennoch für mich empfohlen?

Stillenden Frauen kann aus derzeitiger Sicht der Studienlage eine Impfung empfohlen werden.

Stand: November 2020

Wie wird die Geburt im Krankenhaus sein?
Darf mein Partner dabei sein?
Tragen alle Schutzkleidung?
Darf ich nach der Geburt Besuch bekommen?
Ist mein Baby bei mir?

Hebammen sind nach wie vor bei allen Geburten anwesend. Genauso wie eine Fachärztin oder ein Facharzt immer hinzugezogen werden kann, wenn es notwendig ist. Die Versorgung der Frauen unter der Geburt erfolgt also wie gewohnt.

Die anderen Rahmenbedingungen sind nun während der Corona-Pandemie anders als sonst: Besucher dürfen nur eingeschränkt ins Krankenhaus. Werdende Väter dürfen zurzeit bei der Geburt in den Krankenhäusern dabei sein. Das Krankenhauspersonal ebenso wie die Patientinnen und Patienten und  Begleitpersonen tragen Mundschutz.

Alle diese Fragen werden jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt und es gibt auch laufend Änderungen. Am besten klären Sie das direkt mit dem Krankenhaus Ihrer Wahl.

Wie sicher ist es jetzt im Krankenhaus?
Kann ich mich dort mit Corona anstecken?
Kann sich mein Baby bei der Geburt anstecken?

In den Krankenhäusern werden alle Vorkehrungen getroffen, um Infektionen mit Covid-19 zu vermeiden.

Ich überlege, gleich nach der Geburt nach Hause zu gehen, damit ich mit meinem Baby nicht zu lange im Krankenhaus bin. Macht das Sinn?

Es ist verständlich, dass Sie über eine sogenannte ambulante Geburt nachdenken. Bitte beachten Sie, dass es dafür ein paar wichtige Voraussetzungen gibt:

Sie brauchen eine gute Betreuung nach der Geburt zu Hause. Wer ambulant gebären möchte, sollte möglichst früh eine nachbetreuende Hebamme kontaktieren.

Die Geburt muss unauffällig verlaufen und bei Ihnen und dem Neugeborenen muss alles in Ordnung sein. Dann können Sie ambulante entbinden, d.h. schon wenige Stunden nach der Geburt mit Ihrem Baby das Krankenhaus verlassen.

Die nachbetreuende Hebamme stellt in anfangs täglichen, später regelmäßigen Hausbesuchen sicher, dass es Mutter und Kind gut geht. Zurzeit gilt: Wochenbettvisiten kann die Hebamme weiterhin durchführen, auch telemedizinisch oder als telefonische Beratung.

Kommt meine Hebamme trotzdem zu mir?
Macht sie Hausbesuche wie bisher?

Wochenbettvisiten werden weiterhin wie gewohnt durchgeführt.

Sollte eine persönliche Visite nach Einschätzung der Hebamme nicht nötig sein, kann eine telefonische oder telemedizinische Beratung durchgeführt werden.

Ich bin schwanger. Ist eine Coronavirus-Infektion für mich und mein ungeborenes Kind besonders gefährlich?

Soweit wir bis jetzt wissen, sind schwere Verläufe bei Schwangeren zum Glück selten, jedoch nicht ausgeschlossen. Daher sollten alle bekannten Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, um eine Infektion zu vermeiden. Dies gilt auch für enge Kontaktpersonen von schwangeren Frauen.

Werden Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft durchgeführt?

Mutter-Kind-Pass Untersuchungen oder andere empfohlene Untersuchungen werden derzeit bei Ihrer Fachärztin/Ihrem Facharzt wie gewohnt durchgeführt

Die Hebammen-Beratung, die im Mutter-Kind-Pass zwischen 18. und 22. Schwangerschaftswoche vorgesehen ist, wird ebenfalls wie gewohnt persönlich oder telemedizinisch durchgeführt.

Wenn ich in der Schwangerschaft dringend ärztliche Hilfe brauche oder mit Komplikationen überfordert bin, wohin kann ich mich wenden?
Kann ich noch zu einem Arzt gehen? Oder zur Hebamme?

Wenn Sie ärztliche Hilfe brauchen, können Sie diese natürlich wie gewohnt in Anspruch nehmen. Rufen Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt an und vereinbaren Sie einen Termin.

Dasselbe gilt für Konsultationen Ihrer Hebamme. Wochenbettvisiten kann die Hebamme weiterhin durchführen, auch telemedizinisch oder als telefonische Beratung.

Gibt es weiterhin Geburtsvorbereitungskurse?

Kurse und andere Gruppenaktivitäten können zurzeit leider nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfinden. Auch hier gilt es, soziale Kontakte zu reduzieren. Viele Hebammen bieten derzeit alternativ online Kurse an.

Hebammen betreuen Schwangere und Frauen wie gewohnt im Wochenbett oder über Videotelefonie (Skype, FaceTime, WhatsApp, Signal usw.).

Gibt es weiterhin Stillgruppen, Stillberatung usw.?

Für Stillgruppen gilt das gleiche wie für Geburtsvorbereitungskurse. Sollten im Wochenbett Stillprobleme auftauchen, führen Hebammen jederzeit Visiten durch oder gegebenenfalls telefonische Beratungen.

Darf ich mein Baby stillen – wird das Virus durch Muttermilch übertragen?

Grundsätzlich kann man – aufgrund der momentanen wissenschaftlichen Erkenntnisse – Folgendes dazu sagen:

Derzeit wird nicht beschrieben, dass eine Übertragung des Virus über Muttermilch stattfindet. Es wird davon ausgegangen, dass die bekannten und anerkannten Vorteile des Stillens die Risiken einer Übertragung des Coronavirus überwiegen.

Nach der Geburt kann es aber durch eine Tröpfcheninfektion wie Husten, Niesen und auch durch direkten Kontakt mit den Ausscheidungen wie Stuhl oder Urin zu einer Übertragung / Infektion kommen. Daher sind hier besondere Hygienemaßnahmen notwendig.

Wenn Sie Ihr Baby stillen möchten, werden die folgenden Vorsichtsmaßnahmen empfohlen:

  • Waschen Sie Ihre Hände ausreichend lange, bevor Sie Ihr Baby, die Milchpumpe oder die Flasche berühren.
  • Halten Sie nach jedem Gebrauch einer Milchpumpe die Empfehlungen zur Reinigung und Desinfektion sorgfältig ein.
  • Wenn Sie Ihrem Baby Muttermilchersatzprodukte verabreichen möchten, wird eine gründliche Reinigung und Sterilisation der benötigten Utensilien unbedingt empfohlen.
  • Wenn Sie nicht in der Lage sind, ihr Kind zu stillen, kann Muttermilch natürlich auch abgepumpt und durch eine gesunde Person an den Säugling verfüttert werden.

Eine positiv getestete Mutter oder eine Mutter, bei der der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht, sollte zusätzlich zu den genannten Hygienemaßnahmen eine Atemschutzmaske beim Stillen tragen, um eine mögliche Tröpfcheninfektion zu vermeiden.

Wenn Sie als stillende Mutter erkranken, wird davon ausgegangen, dass das gestillte Kind bereits Tage zuvor (Inkubationszeit) dem Virus ausgesetzt war. Das Stillen sollte daher nicht unterbrochen werden, da die Antikörper in der Muttermilch dem Kind helfen, eine Infektion abzuwehren.

Diese Empfehlungen können sich ändern, wenn sich das Wissen über das neue Virus weiterentwickelt.

Quellen:
https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus/
https://www.dggg.de/fileadmin/documents/Weitere_Nachrichten/2020/20200312_GBCOG_FAQ_Corona.pdf
https://www.rcog.org.uk/en/news/national-guidance-on-managing-coronavirus-infection-in-pregnancy-published
https://www.stillen.at/vsloe-empfehlung-corona-virus-covid-19-und-stillen/

Wie wirkt sich das Coronavirus auf mein Baby aus, wenn bei mir eine Covid-19-Infektion diagnostiziert wird?

Zurzeit gibt es noch nicht genügend Erkenntnisse darüber, welche Auswirkungen das Coronavirus auf ungeborene Babys haben kann. Der derzeitige Stand der Forschung geht davon aus, dass das Virus kein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten mit sich bringt. Anscheinend wird das Virus während der Schwangerschaft nicht auf das Baby übertragen.

Was kann ich tun, um mein Risiko, am Coronavirus zu erkranken, zu verringern?

Befolgen Sie – und die Personen, mit denen Sie im gemeinsamen Haushalt leben, die Hygiene- und Kontakt-Regeln, die grundsätzlich für alle Menschen jetzt wichtig sind, besonders genau:

– Bleiben Sie zu Hause.

– Halten Sie Abstand und tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz! Eine Distanz von mindestens einem Meter zwischen Ihnen und anderen Personen ist einzuhalten.

– Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig und gründlich, mehrmals am Tag und besonders wenn Sie von öffentlichen Orten kommen.

– Hände weg von Augen, Mund und Nase. Greifen Sie sich nicht ins Gesicht, wenn Sie unterwegs sind.

– Vermeiden Sie unbedingt den Kontakt mit allen Personen, auch der Familie, wenn diese Symptome einer Erkältungskrankheit oder Fieber aufweisen.

Was soll ich tun, wenn eine Person, mit der ich Kontakt hatte, positiv auf Covid-19 positiv getestet wurde?

Wenn Sie befürchten erkrankt zu sein, bleiben Sie zu Hause und wählen Sie bitte die Gesundheitsnummer 1450. Dort erhalten Sie alle erforderlichen Informationen.

Wenn nötig wird ein Abstrich aus dem Mund- und Rachenbereich entnommen, um eine Diagnose stellen zu können.

Was soll ich tun, wenn ich positiv auf das Coronavirus getestet wurde?

Sie werden von den zuständigen Behörden über das weitere Vorgehen informiert.

Wenn Sie keine oder leichte Symptome haben und keine Risikofaktoren für Komplikationen bei Ihnen oder den Personen im gemeinsamen Haushalt vorliegen (z.B. relevante chronische Grunderkrankungen), können Sie sich unter Betreuung durch eine behandelnde Ärztin/einen Arzt zu Hause zu erholen.

Wenn Sie schwerere Symptome haben, werden Sie möglicherweise in einem Krankenhaus behandelt.

Wie äußert sich das Coronavirus?

Eine Corona-Infektion äußert sich durch grippeähnliche Symptome, wie trockener Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit.

Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Geruchs- und Geschmacksverlust, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost wurde berichtet.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich Fragen, Sorgen habe, unsicher bin?

Rufen Sie die Corona- Hotline der AGES unter 0800 555 621 an.
Oder wenden Sie sich an Ihre betreuende Hebamme, wenn es um Fragen zur Schwangerschaft, zur Geburt, zum Wochenbett, zu Ihrem Baby geht.

Was kostet Hebammen-Betreuung?

Hebammen-Betreuung ist eine Kassenleistung in Österreich und das bleibt auch während der Corona Pandemie so. War es bisher eine bestimmte Anzahl von Hausbesuchen der Hebamme oder Sprechstunden in der Hebammenordination, die die Krankenkassen bezahlen, so werden es nun überwiegend telemedizinische Betreuungen durch die Hebamme und telefonische Beratungen sein – und in dringenden Fällen auch nach wie vor Hausbesuche.

Das Österreichische Hebammengremium und die Österreichische Gesundheitskasse haben bereits eine Vereinbarung für die Hebammen-Betreuung während der Corona Pandemie getroffen. Hebammen können nun telemedizinische Betreuungen und telefonische Beratungen mit der Krankenkasse abrechnen.

Wenn Sie eine Kassenhebamme in Anspruch nehmen, dann rechnet diese direkt mit der Kasse ab und Sie bezahlen nichts für die Hebammen-Betreuung. Bei einer Wahlhebamme bezahlen Sie das Honorar der Hebamme, reichen dieses dann bei der Krankenkasse ein und bekommen 80 Prozent des Kassentarifs erstattet.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine bestimmte Anzahl von Terminen mit der Hebamme. Details dazu finden Sie auf www.hebammen.at im Eltern-Bereich unter „Kosten“. Link: https://www.hebammen.at/wp-content/uploads/2019/06/HebammenberatungUeberblick_2019-3.pdf

Über unsere Coronavirus FAQ hinaus empfehlen wir folgende Informationsquellen:

Coronavirus Hotlines (7 Tage die Woche, 0-24 Uhr):

Allgemeine Informationen: Infoline Coronavirus – 0800 555 621

Bei Verdacht auf eine Infektion: Telefonische Gesundheitsberatung – 1450

Folgende Links empfehlen wir Ihnen für weitere Informationen zur Coronavirus-Pandemie: