Ernährung im ersten Lebensjahr

Die Beikostphase stellt den Übergang von der reinen Milchernährung (Muttermilch oder Säuglingsersatznahrung) auf die Familienkost dar.

shutterstock_87981226Rund um das 6. Lebensmonat Ihres Babys wird es Ihnen deutlich signalisieren, dass Stillen bzw. Fläschchen alleine nicht mehr ausreichen: Es zeigt reges Interesse, wenn Sie selbst essen, greift in den Teller und macht dabei Kaubewegungen. Es kann Gegenstände / Nahrungsmittel mit den Fingern aufnehmen und sie zum Mund führen. Es kann breiige Nahrung vom Löffel nehmen, mit der Zunge nach hinten befördern und dann schlucken. Es kann am Schoß eines Erwachsenen einigermaßen aufrecht sitzen.

Wenn Sie diese Signale bei Ihrem Baby wahrnehmen, ist es Zeit, mit der Beikost zu beginnen.

Das Einführen der Beikostmahlzeiten erfolgt fließend. Beginnen Sie mit ein paar Löffeln Brei und Stillen bzw. geben Sie dann Ihrem Kind wie gewohnt die Flasche. Erhöhen Sie kontinuierlich die Menge der festen Nahrung. Ersetzen Sie nur 1-2 Milchmahlzeiten pro Monat, damit Sie und Ihr Baby sich langsam an die geänderten Bedingungen gewöhnen können.

shutterstock_66437377Entscheiden Sie selbst, ob Sie die Mahlzeiten für Ihr Baby selbst zubereiten wollen oder ob Sie auf gekaufte Gläschen zurückgreifen. Wir empfehlen Ihnen, den Brei selbst zu kochen, da die Geschmacksvielfalt höher ist und es den meisten Babys besser schmeckt. Geeignete Lebensmittel für den Beikostbeginn sind unter anderem Kürbis, Karotte, Erdäpfel und Reis. Führen Sie immer ein Lebensmittel nach dem anderen ein und lassen Sie sich immer 2-4 Tage Zeit, eine neue Zutat in den Brei zu mischen. Dadurch können Sie gut feststellen, ob und wie Ihr Kind das neue Lebensmittel verträgt. Schon ab der 2. Beikostwoche können Sie dem Brei hochwertige Pflanzenöle, wie z.B. Rapsöl, Maiskeimöl oder Sonnenblumenöl beimengen.

Nach und nach erweitern Sie das Lebensmittelangebot (Kalbfleisch, Rindfleisch, Apfel, Birne, Zucchini, Karfiol, Dinkel, Hafer), je nach Jahreszeit und Vorlieben Ihres Kindes. Bis zum 9. Lebensmonat werden die Zutaten gekocht oder gedünstet, später kann Ihr Baby auch schon Rohkost erhalten.

Eier, Fisch und Nüsse können am Ende des ersten Lebensjahres zugefügt werden. Lebensmittel, die Sie im ersten Lebensjahr gänzlich meiden sollten, sind: Milch und Milchprodukte, Zucker, Salz (Vorsicht: verstecktes Salz z.B. in Wurstwaren), Honig und scharfe Gewürze.

Am Beginn der Beikost sollen die Breie möglichst fein püriert sein. Mit zunehmendem Alter kann der Brei schon kleine Stückchen enthalten. Manche Kinder überspringen die Breiphase gänzlich, sie verlangen die Beikost von Anfang an in fester Form (z.B. gedünstete Gemüsesticks, ganze Nudeln).

Nach dem ersten Lebensjahr ist es nicht mehr notwendig, eine spezielle Nahrung für Ihr Baby zu kochen. Gewöhnen Sie Ihr Kind trotzdem langsam an ihm bisher nicht bekannte Lebensmittel. Wir empfehlen Ihnen, spätestens zu Beginn der Beikost Kontakt mit Ihrer Hebamme, Stillberaterin oder Ihrem Kinderarzt / Ihrer Kinderärztin aufzunehmen, die Sie ausführlich zu diesem Thema beraten können.