Wochenbett

Wir sind eine Familie

Das Wochenbett ist die Zeit der ersten Wochen nach der Geburt – Eltern, Geschwister und Neugeborenes lernen einander kennen. Hebammen begleiten die jungen Familien und sind eine wichtige Unterstützung in dieser Zeit. Die Mutter und das Kind haben in der Schwangerschaft und bei der Geburt Unglaubliches geleistet. Daher sollten nun Heilen, Ausruhen und Auftanken auf der Tagesordnung stehen und viel ungestörte Zeit, um behutsam in den neuen Lebensrhythmus zu finden. Der weibliche Körper verändert sich erneut und bewältigt wichtige Rückbildungsprozesse, während das Baby täglich neue Entwicklungsschritte macht. Vieles ist jetzt ganz neu und noch nicht aufeinander eingespielt. Wenig Wunder, dass täglich neue Fragen auftauchen können und geklärt werden wollen. Da tut es gut, wenn professionelle Unterstützung angenommen werden kann.

Hebammen gehen mit ihrem Modell der Hausbesuche im Wochenbett perfekt auf die Bedürfnisse von frisch entbundenen Frauen und neugeborenen Kindern ein. Denn kaum jemand möchte sich in dieser Zeit dem Lärm der Straße, dem Wind und Wetter und vielen fremden Menschen aussetzen. Einfach zu Hause bleiben zu können und dennoch betreut und beraten zu werden, ist jetzt genau das Richtige. Heilen, Ausruhen, Versorgen Die Hebamme kontrolliert die Rückbildung der Gebärmutter und das Abheilen der Geburtsverletzungen. Sie kennt die natürlichen Prozesse der körperlichen Umstellung und ihre Begleiterscheinungen und hilft, diese zu unterstützen. Eine gut verlaufende Rückbildung und die Stärkung des Beckenbodens sind wesentliche Schritte auf dem Weg zu einem angenehmen und vertrauten Körpergefühl. Schon bei den ersten Hausbesuchen zeigt die Hebamme Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur. Denn ein starker Beckenboden ist die beste Prophylaxe gegen Inkontinenz, trägt wesentlich zur Orgasmusfähigkeit bei und macht sportliche Aktivitäten ohne Beeinträchtigungen möglich.

Eine weitere großartige Leistung des weiblichen Körpers ist die Fähigkeit, das Neugeborene zu ernähren. Hebammen begleiten den Prozess des Stillens in allen Facetten. Hormonelle Umstellungen, Schlafmangel und die Herausforderung, mit ganz neuen, ungewohnten Situationen umgehen zu lernen, können sich auch psychisch bemerkbar machen. Hebammen helfen dabei, zwischen dem normalen „Baby Blues“ und einer Wochenbettdepression, die 15 bis 20 Prozent der Frauen erleben, zu unterscheiden, und sie können durch ihre vernetzte Arbeitsweise auch auf kompetente Beratungsstellen und Therapeuten verweisen. Ankommen, Umstellen, Entwickeln – Bei den regelmäßigen Wochenbettbesuchen untersucht die Hebamme immer auch das Neugeborene. Sie kontrolliert Gewicht und Temperatur, Verdauung und Entwicklung des Babys, beobachtet auch die Abheilung des Nabels und vieles mehr – kurz, sie macht sich ein Gesamtbild vom Wohlbefinden des Neugeborenen.

Die Hebamme hat die Aufgabe, die Anpassungsprozesse und Entwicklungen des Babys in den ersten Wochen zu beobachten und die Eltern im Umgang mit dem Neugeborenen zu unterstützen. Wichtige Aufgaben der Hebamme sind auch das Verabreichen von Prophylaxen, beispielsweise von Vitamin K, und die Durchführung empfohlener Kontrollen, zum Beispiel die Blutabnahme für den PKU-Test (ein Test zur Feststellung verschiedener Stoffwechselerkrankungen). Eine zentrale Aufgabe jedes Wochenbettbesuchs ist es sicherzustellen, dass bei Mutter und Kind alle Veränderungen so verlaufen, wie sie sollen. Durch das Wissen um mögliche Komplikationen kann die Hebamme therapiebedürftige Entwicklungen von normalen Veränderungen unterscheiden und, wenn nötig, an die entsprechenden Fachpersonen weiterverweisen. Viele Komplikationen lassen sich jedoch durch das Erkennen früher Anzeichen und entsprechende Gegenmaßnahmen vermeiden. Solch vorbeugende Maßnahmen sind wesentlicher Bestandteil der Wochenbettbetreuung. Hebammen sind in den ersten Wochen auch Ansprechpersonen für Väter. Der Umgang und das Leben mit einem Neugeborenen geben oft Anlass zu Fragen: Wie trage ich das Baby am besten? Warum schlafen die meisten Neugeborenen nicht durch? Wieso reagiert meine Frau plötzlich so emotional seit der Geburt? Auch da ist der Wochenbettbesuch eine gute Gelegenheit, kompetente Antworten zu erhalten.

Was macht die Hebamme bei einer Wochenbettvisite?

  • Still – und Ernährungsberatung
  • Gedeih – und Gewichtskontrollen des Neugeborenen
  • Nabelpflege
  • Kontrolle der Haut, Neugeborenengelbsucht
  • Durchführung von Prophylaxen (u. a. Vitamin K)
  • Blutabnahme für Stoffwechselscreening (PKU – Test)
  • Anleitung bei der Säuglingspflege
  • Kontrolle der Ausscheidung
  • Kontrolle der Rückbildungsprozesse
  • Kontrolle von Geburtsverletzungen, Nahtentfernung
  • u.v.m.