Wissenswertes

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A

Ambulante Geburt siehe Wochenbett/Ambulante Geburt/

B

Babyblues / Wochenbettblues

Die so genannten Heultage treten plötzlich am dritten oder vierten Tag nach der emotional und körperlich fordernden Erfahrung der Geburt auf. Bis zu 75% aller Mütter von Neugeborenen machen dieses vorübergehende Gefühlstief durch, das ebenso plötzlich verschwindet, wie es gekommen ist. Die Mutter braucht während dieser Phase Zuwendung, Verständnis und viel Intimität.

Beckenendlage (BEL) / Steißlage

Die meisten Kinder begeben sich bis zur 32. Schwangerschaftswoche mit ihrem Kopf nach unten in Richtung Geburtskanal.  Bei der Beckenendlage oder auch Steißlage genannt führt das Becken, das Kind „sitzt“ sozusagen in der Gebärmutter. Das heißt für die Geburt, dass nicht der Kopf zuerst geboren wird, sondern der Steiß des Kindes. Die Häufigkeit liegt bei 3-5%. In der Schwangerschaft kann durch verschiedene Methoden (z.B. Moxibustion, bestimmte Lagerungsübungen u.a.) versucht werden, das Kind noch zur Wendung in Schädellage zu überreden. Bei einer BEL wird häufig ein Kaiserschnitt durchgeführt, wobei auch eine Spontangeburt mit einem/r erfahrenen GeburtshelferIn eine gute Gebärvariante darstellt.

Blasensprung

Die Geburt kann mit einem Blasensprung, also dem Abgang von Fruchtwasser, beginnen. Ein Blasensprung kann sich aber auch zu jedem anderen Zeitpunkt während der Geburt ereignen. Das Fruchtwasser wird auch nach einem Blasensprung ständig nachgebildet, sodass ein Kind nie „im Trockenen liegt“. Bei Blasensprung bzw. Verdacht auf Blasensprung ist es wichtig, Ihre Hebamme zu informieren bzw. ein Krankenhaus aufzusuchen. Die Empfehlung, sich liegend mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus transportieren zu lassen, ist nicht Evidenz basiert.

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Das Bonding (aus dem Englischen: „Bindung“) unterstützt die Verbindung von Mutter/Vater zu ihrem Neugeborenen nach der Geburt. Dabei werden wichtige Weichen für die Bindungsfähigkeit des Kindes in den ersten Lebensjahren gestellt.

Ausgedehnter Haut-auf-Hautkontakt unmittelbar nach der Geburt fördert die Mutter-Kind-Bindung und auch das Stillen. Erfährt das Neugeborene Verlässlichkeit, Schutz und Geborgenheit, kann Urvertrauen aufgebaut werden. Die Eltern und das Kind brauchen dazu Zeit, Ruhe, angenehmes Licht und Wärme. Es kann nicht genug gekuschelt werden – genießen Sie diese besondere Zeit! Routinemaßnahmen nach der Geburt sollten diese intensive Zeit der Kontaktaufnahme nicht stören. Kinder und Mütter/Väter, denen aus verschiedenen Gründen Haut-zu-Hautkontakt unmittelbar nach der Geburt nicht möglich war, profitieren auch zu einem späteren Zeitpunkt sehr davon.

C

Combined Test siehe auch Schwangerschaft/Pränataldiagnostik

Der Combined Test dient zur Errechnung der Wahrscheinlichkeit einer Chromosomenstörung des Kindes in der Frühschwangerschaft. Er verbindet zwei Untersuchungen: eine Blutabnahme (Bestimmung verschiedener Hormone) in der 11. bis 14. Schwangerschaftswoche und eine Ultraschalluntersuchung, bei der die Nackendichte des Babys bestimmt wird. Bei einer hohen Wahrscheinlichkeit kann durch eine anschließende Fruchtwasserpunktion festgestellt werden, ob tatsächlich eine Anomalie vorliegt oder nicht. Der Combined Test ist Teil der pränatalen Diagnostik. Die Kosten des Combined Tests werden nicht von der Krankenkasse übernommen.

CTG

CTG ist die Abkürzung für Cardio Toko Graphie. Hierzu werden der schwangeren Frau zwei Ableitungsknöpfe am Bauch platziert, über die die kindlichen Herztöne und die Wehentätigkeit aufgezeichnet werden. Die Herztöne werden mittels Dopplerverfahren hörbar gemacht und die Wehen mittels mechanischen Druckmessers aufgezeichnet. Das CTG wird hauptsächlich während der Geburt verwendet, um einschätzen zu können, wie es dem Baby gerade geht.

D

Dammriss

Durch die starke Dehnung des Gewebes kann es bei der Geburt des kindlichen Kopfes und der Schultern zu einem Einriss im Bereich des Dammes (Bereich zwischen Scheide und After) kommen. Die Beschaffenheit des Bindegewebes ist der Hauptfaktor, ob es zu einem Einriss kommt oder nicht. Präventive Maßnahmen (Dammmassage, Beckenbodentraining, Heublumensitzbad) in der Schwangerschaft können das Risiko einer Geburtsverletzung vermindern. Abhängig von der Tiefe des Risses wird die Verletzung nach der Geburt mit selbstauflösenden Fäden wieder zusammengenäht oder verheilt von alleine.

Dammschnitt / Episiotomie

Der Damm ist der Bereich zwischen Scheide und After. Manchmal ist es bei der Geburt erforderlich, hier einen Schnitt zu machen, um den Scheidenausgang zu erweitern, damit das Baby leichter zur Welt kommen kann. Das Dammgewebe wird nach der Geburt mit selbstauflösenden Fäden wieder zusammengenäht.

Dopton / Pinard´sches Hörrohr

Ein Dopton ist ein kleines, batteriebetriebenes Gerät mit Lautsprecher, mit dem die kindlichen Herztöne abgehört werden können. Ein Pinard´sches Höhrrohr ist ein trichterförmiges Gerät, meist aus Holz, mit dem die Hebamme die kindlichen Herztöne hören kann. Während im Krankenhaus vor allem das CTG zur kindlichen Herztonüberwachung zum Einsatz kommt, arbeiten Hebammen bei Hausgeburten nach wie vor mit dem Dopton oder dem Pinard´schen Höhrrohr.

E

Epiduralanästhesie / PDA

Durch eine Epiduralanästhesie (auch Periduralanästhesie, PDA, genannt) kann eine schmerzarme bzw. schmerzfreie Geburt erreicht werden. Dazu wird ein Lokalanästhetikum in den Periduralraum in der Wirbelsäule gespritzt. Optimal während der Geburt wäre es, zwar den Schmerz auszuschalten, die Beweglichkeit jedoch zu erhalten, was aber nicht immer gelingt. Risiken sind wie bei jedem anderen medizinischen Eingriff vorhanden, weshalb es wichtig ist, sich schon vor der Geburt des Kindes über die PDA aufklären zu lassen. Eine PDA wirkt sich auf die Ausschüttung der an der Geburt beteiligten Hormone aus, sodass sie häufig weitere Eingriffe wie Wehenmittel nach sich zieht. In manchen Krankenhäusern gibt es keine Möglichkeit, eine PDA zu erhalten, da die personellen Ressourcen fehlen. Eine gute Hebammenbetreuung hilft Frauen oft, mit dem Geburtsschmerz gut zurechtzukommen, sodass eine PDA gar nicht notwendig wird.

Ernährung in der Schwangerschaft

Der tägliche Energiebedarf von Frauen (2100 kcal) ist ab der zweiten Hälfte der Schwangerschaft um 250 kcal erhöht. Grundsätzlich sollten Schwangere eine gemischte Vollwertkost zu sich nehmen, mit Berücksichtigung des erhöhten Vitamin- und Mineralstoffbedarfs. Die empfohlene Trinkmenge in der Schwangerschaft liegt bei 1,5 bis 2 l pro Tag. Während der Schwangerschaft sollten folgende Lebensmittel gemieden werden: rohes Fleisch, Rohmilch oder Rohmilchprodukte, rohe Eier, geschmierter Weichkäse, Mettwurst, Rohwürste (Salami), kalt geräucherter/fermentierter Fisch und rohe Meeresfrüchte (Sushi, Austern). Es sollte auch auf Alkohol, Nikotin und koffeinhaltige Getränke (z.B. Kaffee, Schwarz-, Grüntee) verzichtet werden.

F

Familienhebammen

In einigen Bundesländern gibt es so genannte Familienhebammen. Sie begleiten werdende und junge Eltern, deren Lebenssituation durch soziale und gesundheitliche Belastung geprägt ist, wie zum Beispiel Teenagermütter, Mütter mit postpartaler Depression oder Risikoschwangere. Neben der Ausübung der üblichen Hebammentätigkeit fungieren Familienhebammen dabei als Netzwerkerinnen und arbeiten besonders eng mit anderen Berufsgruppen zusammen.

Fruchtwasserpunktion / Amniozentese siehe auch Schwangerschaft/Pränataldiagnostik

Die Fruchtwasserpunktion stellt ein Verfahren zur Ermittlung kindlicher Fehlbildungen dar, die auf Chromosomenstörungen beruhen. Zwischen der 14. und 18. Schwangerschaftswoche wird mithilfe einer Nadel über die Bauchdecke der Mutter Fruchtwasser aus der Gebärmutter entnommen und untersucht. Der Eingriff birgt das Risiko eines Blasensprungs und in weiterer Folge einer Fehlgeburt. Die Fruchtwasserpunktion ist Teil der pränatalen Diagnostik. Die Kosten trägt die Krankenkasse nicht.

Frühgeburt

Von einer Frühgeburt spricht man, wenn ein Kind vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren wird. Die Häufigkeit liegt in Österreich bei 11 bis 12%.

G

Geburtsbegleitung

heißt mit der „eigenen” Hebamme, die Sie bereits während der Schwangerschaft ausgesucht haben, zur Geburt in ein Krankenhaus zu gehen. Der Vorteil: Bereits in der Schwangerschaft werden der Kontakt und das Vertrauen aufgebaut, sodass Sie sich während der Geburt sicherer und besser aufgehoben fühlen.

Die Kosten für eine Geburtsbegleitung mit der „eigenen“ Hebamme übernimmt die Krankenkasse nicht. Geburtsbegleitung ist derzeit noch nicht in allen Krankenhäusern möglich. Am besten fragen Sie bei Interesse in Ihrem Krankenhaus nach, ob dort die Möglichkeit besteht, eine eigene Hebamme zur Geburt mitzunehmen.

Geburtseinleitung

Bei einer Geburtseinleitung wird versucht, die Geburt durch künstliche (meist medikamentöse) Wehenauslösung in Gang zu bringen. Gründe dafür können etwa eine deutliche Überschreitung des Geburtstermins oder ein Blasensprung ohne Wehenbeginn innerhalb von 12 bis 24 Stunden sein. Je nach Standards in den einzelnen Kliniken wird zwischen dem 7. und 14. Tag nach dem Geburtstermin mit einer Einleitung begonnen. Die Wirksamkeit der Geburtseinleitung hängt stark vom Schwangerschaftsalter sowie der Beschaffenheit und Weite des Gebärmutterhalses / Muttermundes ab. Eine Einleitung bringt eine höhere Wahrscheinlichkeit für weitere geburtshilfliche Eingriffe mit sich. Wenn Sie den Geburtstermin überschritten haben, wenden Sie sich an eine Hebamme – oft kann durch naturheilkundliche Tipps die Geburt in Gang gebracht werden.

Geburtshaus / Hebammenpraxis

Einige Hebammen bieten Geburten in eigens dafür eingerichteten Geburtshäusern oder Hebammenpraxen an. Nicht für alle Frauen ist es möglich, in einem Geburtshaus zu gebären, da es einige Ausschlussgründe gibt, z.B. Beckenendlage, Zwillinge, Zustand nach Kaiserschnitt. Eine Hebamme betreut die Familien in der Schwangerschaft, begleitet sie zur Geburt ins Geburtshaus und unterstützt sie in den  ersten Wochen nach der Geburt. Die Familien profitieren dabei von einer vertrauten Umgebung, ähnlich wie bei einer Hausgeburt. Falls Notwendigkeit besteht, kann es sein, dass man ein nahegelegenes Krankenhaus für die weitere Betreuung der Geburt aufsuchen muss.

Geburtsschmerz

Heutzutage werden die Schmerzen, die eine Frau bei der Geburt erlebt, oft als unnötig und vermeidbar dargestellt, PDA oder Wunsch-Sectio werden als die moderne, schmerz- und mühelose Version des Gebärens propagiert. Es ist schwierig, angesichts solcher Rahmenbedingungen zum Schmerz zu stehen und ihn aktiv anzunehmen. Dabei hat gerade der Geburtsschmerz eine ganze Reihe überaus wichtiger Funktionen: Er unterstützt den Geburtsvorgang und stimuliert die dafür wichtigen Hormone. Er schützt Frau und Kind vor Schaden und führt sie sicher durch die Geburt. Die Grenzerfahrung, die die Frau bei der Geburt erlebt, stärkt ihre Persönlichkeit und gibt ihr Reife. Und schließlich beeinflusst der Geburtsschmerz auch die Beziehung zum Neugeborenen positiv.

Unser Tipp: Eine gute Geburtsvorbereitung macht Lust aufs Gebären! Gönnen Sie sich und Ihrem Baby die Erfahrung der Geburt. Vertrauen Sie Ihrem eigenen Körper, gerade in einer Zeit der hoch technisierten Geburtshilfe (die im Bedarfsfall jederzeit zur Verfügung steht). Sie werden sehen: Es lohnt sich!

H

Hausgeburt siehe Geburt/Hausgeburt

Hebamme

Das Wort „Hebamme“ stammt aus dem Althochdeutschen „hev(i)anna“ und bedeutet „Großmutter, die das Neugeborene aufhebt“.

Homöopathie

Die Homöopathie stellt eine alternativmedizinische Behandlungsmethode dar. Hahnemann formulierte dazu das Prinzip: „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“. Basisstoff stellen Pflanzen, Tiere oder Mineralien dar. Potenzieren (auch Dynamisieren) nennt man die Herstellung von homöopathischen Arzneimitteln. Bei der Zubereitung wird die Arzneisubstanz schrittweise mit Wasser oder Alkohol verschüttelt oder mit Milchzucker verrieben und dabei so häufig verdünnt, dass der Ausgangsstoff nicht mehr nachweisbar ist. Homöopathie kann von einer geschulten Hebamme oder einer/m homöopathisch arbeitenden Arzt/Ärztin auch bei Frauen in der Schwangerschaft, während der Geburt und im Wochenbett eingesetzt werden.

I

J

K

Kaiserschnitt/Sectio siehe Geburt/Kaiserschnitt-Entscheidung

Kinderbetreuungsgeld

Der Staat Österreich bietet jungen Familien und Alleinerziehenden nach der Geburt eines Kindes finanzielle Unterstützung im Rahmen des Kinderbetreuungsgeldes an. Damit soll die Betreuungsleistung der Eltern anerkannt werden. Kinderbetreuungsgeld kann frühestens am Tag der Geburt beantragt werden. Dabei können sich die Eltern zwischen vier Pauschalvarianten und einem einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld entscheiden.  Genaue Informationen zum Kinderbetreuungsgeld können der Broschüre „Kinderbetreuungsgeld – die fünf Modelle“ der Arbeiterkammer Wien entnommen werden.

Kräuteranwendungen

Kräuter können bei einer Vielzahl von Beschwerden in der Schwangerschaft, während der Geburt und im Wochenbett Linderung verschaffen. Es gibt verschiedene Anwendungsformen, bei denen Kräuter ihre wohltuende Wirkung entfalten können. Oft werden Sitz- oder Dampfbäder mit Kräuterzusätzen empfohlen, die geburtsvorbereitend (z.B. Heublumendampfbad) oder heilend bei Dammverletzungen (z.B. Sitzbäder mit Ringelblumen-Essenzen) nach der Geburt wirken. Tees (z.B. Stilltees) oder Säfte (z.B. Kräuterblutsäfte) stellen die einfachste Methode dar, wohltuende Kräuter oder Kräutermischungen auf sich wirken zu lassen. Aber auch verschiedenste Umschläge, Kompressen, Aufgüsse, Salben, Tinkturen und Auszüge aus Kräutern können eine vorbeugende, entspannende, anregende, schmerzlindernde und/oder heilende Wirkung für den Körper vorweisen.

L

M

Medikamente in der Schwangerschaft und in der Stillzeit

Nicht alle Medikamente sind für schwangere und stillende Frauen geeignet, da sie eine eventuelle Gefahr für das Kind darstellen. Es ist daher ratsam, vor der Einnahme eines Medikamentes bei einer Ärztin / einem Arzt, der Hebamme oder in der Apotheke nachzufragen, ob es bedenkenlos eingenommen werden kann.

Mutter-Kind-Pass

Der Mutter-Kind-Pass dient der gesundheitlichen Vorsorge für Schwangere und Kleinkinder. Er beinhaltet die im Mutter-Kind-Pass-Programm vorgesehenen ärztlichen Untersuchungen während der Schwangerschaft und bis zum 5. Lebensjahr des Kindes. Alle Untersuchungen sind kostenlos und nicht verpflichtend, allerdings bekommen Sie das Kinderbetreuungsgeld (ab dem 21. Lebensmonat des Kindes) nur dann zur Gänze ausbezahlt, wenn alle dafür notwendigen Untersuchungen durchgeführt wurden. Den Mutter-Kind-Pass erhalten Sie bei Ihrem Gynäkologen / Ihrer Gynäkologin spätestens ab der 10. Schwangerschaftswoche. In Deutschland oder der Schweiz können Frauen zwischen Hebammenbetreuung und ärztlicher Betreuung in der Schwangerschaft (oder auch Mischformen) wählen, was in Österreich leider nach wie vor nicht möglich ist.

Muttermilch siehe Wochenbett/Stillen

Muttermund

Als Muttermund bezeichnet man die untere Öffnung des Gebärmutterhalses. Normalerweise ist der Muttermund geschlossen. Nur während der Menstruation und der Geburt öffnet er sich. Während der Geburt dehnt er sich bis zu einer Weite von 10cm. Die Hebamme führt während der Geburt vaginale Untersuchungen durch, um die Weite des Muttermundes und somit den Geburtsfortschritt festzustellen.

Mutterschutz

Der Mutterschutz schützt schwangere Frauen und Frauen nach der Geburt vor Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz, Kündigung oder Verdiensteinbußen. Er ist gesetzlich geregelt: Er startet acht Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet acht Wochen nach der Geburt. Im Falle eines Kaiserschnitts, einer Frühgeburt oder bei Mehrlingen stehen Ihnen 12 Wochen Mutterschutz nach der Geburt zu.

N

Nabelschnur

Die Nabelschnur stellt die Verbindung zwischen dem Ungeborenen und der Plazenta (Mutterkuchen) bzw. dem Blutkreislauf der Mutter dar. Über die Nabelschnur wird das Kind während der Schwangerschaft mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Gleichzeitig können Stoffwechselabbauprodukte (z.B. Kohlendioxid) vom Fetus abgegeben werden. Sie ist ca. 50 – 60 cm lang, spiralig gewunden und besteht aus einer Vene und zwei Arterien, die in einer dicken Sulze eingebettet sind. Nach der Geburt wird die Nabelschnur abgeklemmt und durchtrennt. Der Nabelschnurrest fällt innerhalb der ersten 14 Lebenstage ab.

Nachgeburt / Plazenta

Die Plazenta oder Mutterkuchen ist ein Organ auf Zeit, welches das Kind im Mutterleib ernährt. Durch die Nabelschnur sind Mutter und Kind über die Plazenta miteinander verbunden. An der Plazentaschranke findet der Nährstoff- und Gasaustausch zwischen dem kindlichen und mütterlichen Blut statt. Die Plazenta erreicht zum Ende der Schwangerschaft ein Gewicht von ca. 500 – 600g und einen Durchmesser von 15 – 20cm. Die Nachgeburt wird ca. 30 Minuten nach der Geburt des Kindes geboren.

Nachsorge durch die Hebamme siehe Wochenbett

Nackenfaltenmessung siehe auch Schwangerschaft/Pränataldiagnostik

Bei der Messung der Nackenfalte / Nackentransparenz wird die Dicke bzw. Ausdehnung der Nackenhaut mittels Ultraschall gemessen. In Kombination mit Blutwerten und mütterlichem Alter wird das Risiko für Trisomie 21 (Down-Syndrom) und für einige andere Chromosomenfehlbildungen berechnet (sog. Combined Test). Bei erhöhtem Risiko werden weitere Untersuchungen (z.B. Fruchtwasserpunktion) veranlasst.

Neugeborenen-Screening (früher: PKU-Test / Guthrie-Test)

Das Neugeborenen-Screening ist eine Methode zur Früherkennung von Stoffwechselerkrankungen. Dafür wird am 3. bis 4. Lebenstag des Kindes Blut (meistens aus der Ferse des Kindes) entnommen und auf eine Testkarte getropft. Österreichweit werden diese Testkarten an die Medizinische Universität Wien geschickt. Die Blutentnahme erfolgt entweder im Krankenhaus oder durch Ihre Hebamme im Rahmen der Nachsorge. Bei einem auffälligen Ergebnis werden Sie direkt vom Screening-Labor informiert, und es ist eine Kontrolle notwendig. Angeborene Stoffwechselerkrankungen können zwar durch diesen Test nicht geheilt werden, dennoch ist die frühzeitige Erkennung und Behandlung wichtig, um bleibende Schäden zu verhindern.

O

Organscreening siehe auch Schwangerschaft/Pränataldiagnostik

Das Organscreening ist eine genaue Ultraschalluntersuchung, die zwischen der 20. und 23. Schwangerschaftswoche durchgeführt wird, da in diesen Wochen das Kind bereits so groß ist, dass man die einzelnen Organe (Kopf, Herz, Wirbelsäule, innere Organe, Bauchwand…) aussagekräftig untersuchen kann. Damit können anatomische Auffälligkeiten weitgehend, aber niemals restlos ausgeschlossen werden. Das Organscreening ist Teil der pränatalen Diagnostik. Die Kosten werden nicht von der Krankenkasse übernommen.

P

PKU-Test siehe „Neugeborenen-Screening”

Postpartale Depression

Mindestens eine von zehn Müttern macht die Erfahrung einer postpartalen (partus = Geburt) Depression: Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Appetitlosigkeit, Schlafprobleme unabhängig vom Baby, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, übertriebene Ängstlichkeit das Baby betreffend, Angst das Baby zu verletzen, Schuldgefühle und Gefühle der Minderwertigkeit treten meist schleichend in den Wochen nach der Geburt auf. Wenn mehrere dieser Symptome über 14 Tage fast durchgehend vorhanden sind, bedeutet dies, dass die Frau an dieser gut behandelbaren Erkrankung leidet. Behandlungsmöglichkeiten: Psychotherapie, bei schwerer Form: Antidepressiva mit Psychotherapie. Als Begleitmaßnahmen sind eine sofortige Entlastung der Mutter und intensive Unterstützung bei der Babybetreuung nötig. Scheuen Sie sich nicht, über Sie Belastendes mit Ihrer Hebamme zu sprechen!

Präeklampsie (früher: Gestose)

Bei einer Präeklampsie treten erhöhte Blutdruckwerte, massive Wassereinlagerungen  in den Beinen und Händen und Eiweißausscheidung im Harn auf. Die Erkrankung kann ab der 20. Schwangerschaftswoche vorkommen und wird in eine leichte und eine schwere Form eingeteilt. Diese Unterscheidung ist für die Therapie entscheidend. Im Rahmen der Schwangerenvorsorge werden regelmäßig Blutdruck und Harn kontrolliert. Symptome, auf die Sie achten können, sind zum Beispiel Kopfschmerzen, Augenflimmern, Sehstörungen oder Oberbauchschmerzen.

Pränataldiagnostik (PND)

siehe Schwangerschaft/Pränataldiagnostik

Q

R

Reisen in der Schwangerschaft

Die beste Reisezeit während einer Schwangerschaft ist das zweite Schwangerschaftsdrittel (14. bis 24. SSW). Die wichtigsten Kriterien für den Reiseantritt sollten Wohlgefühl und Sicherheitsgefühl der Frau sein. Des Weiteren spielt die Gewährleistung von medizinischer Versorgung eine tragende Rolle. Vor Reiseantritt ist ein Check beim Gynäkologen / bei der Gynäkologin anzuraten.

Risikoschwangerschaft

Eine Risikoschwangerschaft bedeutet, dass das Risiko von Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt größer ist als bei anderen Schwangeren. Neben dem höherem Durchschnittsalter der Schwangeren trägt auch die intensivere medizinische Überwachung zu einer vermehrten Risikoeinstufung bei. Risikofaktoren sind u.a. Stoffwechselerkrankungen, Mehrlingsschwangerschaften oder Lageanomalien. Durch die engmaschige Überwachung haben die meisten Risikoschwangerschaften einen normalen Verlauf.

Rückbildung der Gebärmutter

In den ersten 6 bis 8 Wochen nach der Geburt bildet sich die Gebärmutter wieder auf ihre ursprüngliche Größe zurück. Durch die rasche Verkleinerung der Gebärmutter wird auch die Wundfläche (ehemalige Plazentahaftfläche) verkleinert und so der Blutverlust minimiert. In den ersten Tagen im Wochenbett ertastet die Hebamme durch sanften Druck auf den Bauch den Höhenstand der Gebärmutter und kontrolliert den Rückbildungsverlauf. Häufige Bauchlage, Bauchmassagen und eine regelmäßige Entleerung der Harnblase sind für die Rückbildung der Gebärmutter förderlich.

Rückbildungsgymnastik siehe auch Wochenbett/Rückbildung

Während der Schwangerschaft und bei der Geburt werden Bauchdecke, Gebärmutter und Beckenboden mit besonderen Umstellungen konfrontiert. Neben dem Stillen, welches aktiv die Rückbildung fördert, können Sie schon in den ersten Wochen nach der Geburt mit sanften Atem- und Beckenbodenübungen beginnen. Mit Rückbildungsgymnastik sollten Sie sich aber zumindest 6 bis 8 Wochen nach der Geburt Zeit lassen. Die Übungen der Rückbildungsgymnastik stärken die Haltung, helfen bei Inkontinenz und sorgen für Entspannung. Übungen und Kurse können mit oder ohne Baby durchgeführt werden.

S

Schwangerschaftsbeschwerden

Der Körper der Schwangeren ist starken hormonellen Veränderungen unterworfen, um sich an die Bedürfnisse des heranwachsenden Babys anzupassen. Diese Anpassungen können sich als physiologische Beschwerden einer Schwangerschaft äußern oder auch Hinweis auf Komplikationen sein. Die Signale des Körpers sollten nicht überhört werden. Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit, Verstopfung, Wassereinlagerungen oder Rückenschmerzen können durch hilfreiche Tipps Ihrer Hebamme oder Ihres Gynäkologen / Ihrer Gynäkologin gemildert werden.

Sport in der Schwangerschaft

Sport in der Schwangerschaft tut dem ungeborenen Kind ebenso gut wie der Mutter und beugt Schwangerschaftserkrankungen vor Das Körpergefühl der Mutter ist einer der besten Indikatoren für sportliche Aktivitäten. Grundsätzlich sind gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Wandern, Nordic Walken, sanftes Joggen oder Yoga ideale Begleiter während einer Schwangerschaft. Sportarten mit hohem Sturz- und Verletzungsrisiko (z.B. Inline Skaten, Reiten oder Schifahren) sollten in dieser besonderen Zeit eher gemieden werden.

Stillberatung / Stillgruppe

In einer Stillgruppe treffen sich Mütter / Eltern und tauschen ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit dem Stillen und dem Leben mit dem Baby aus. Dadurch wird sozusagen die Funktion der früheren Großfamilie übernommen. Durch kompetente Hebammen oder Still- und LaktationsberaterInnen bekommen Sie zusätzlich wertvolle Tipps und Informationen bei diversen Schwierigkeiten rund um die Stillzeit. Aber auch wenn Sie Ihr Kind nicht stillen, können Sie die Vorteile von solchen Treffen nutzen.

Stillschwierigkeiten

Stillen ist nicht immer selbstverständlich. Vor allem zu Beginn der Stillzeit treten manchmal Schwierigkeiten auf, die die Mütter rasch entmutigen können, etwa wunde Brustwarzen, zu wenig oder zu viel Milch, Milchstaus und Brustentzündungen. Umfassende, einheitliche und korrekte Informationen zum Stillen sollen im Vorfeld (also schon in der Schwangerschaft) helfen, die Physiologie des Stillens zu verstehen, damit manche schwierige Situationen erst gar nicht auftreten. Im Bedarfsfall wird Ihnen Ihre Hebamme oder Stillberaterin unterstützend zur Seite stehen.

T

U

Übertragung

Von einer Übertragung spricht man, wenn der errechnete Geburtstermin um 14 Tage und mehr überschritten wird. Ursachen für eine Übertragung können sein: falsche Terminberechnung, hormonelle Störungen, mangelnde Erregbarkeit der Gebärmuttermuskulatur. Übertragene Kinder fallen häufig durch fehlende Käseschmiere,  trockene, brüchige und faltige Haut sowie lange Fingernägel auf.

Ultraschall

Beim Ultraschall werden über einen Schallkopf Schallwellen in die Gebärmutter gesandt und dort unterschiedlich reflektiert, sodass ein Bild entsteht. Auf diese Weise können Aussagen über die ungefähre Größe des Kindes sowie die Plazentalage gemacht und Fehlbildungen bis zu einem gewissen Grad erkannt werden. Ultraschalluntersuchungen gehören in der ärztlichen Schwangerenvorsorge zu den Routineuntersuchungen. Im Rahmen des Mutter-Kind-Pass-Programms werden drei Ultraschalluntersuchungen von den Krankenkassen bezahlt, sie sind aber nicht verpflichtend.

V

Vorzeitige Entlassung

siehe Wochenbett/Vorzeitige Entlassung

W

Wehen

Unter Wehen versteht man das regelmäßige Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur. Es gibt sogenannte Vorwehen oder Senkwehen, die schon in der Schwangerschaft auftreten und von den Frauen unterschiedlich stark empfunden werden.  Die Eröffnungswehen öffnen den Muttermund und werden von ihrem Beginn bis zur vollständigen Muttermundseröffnung zunehmend schmerzhafter verspürt. In der letzten Phase der Geburt helfen die Presswehen dem Kind durch den Geburtskanal. Nach der Geburt sorgen die Nachwehen dafür, dass sich die Nachgeburt löst und geboren wird, die Gebärmutter sich wieder gut zusammenzieht und verkleinert.

Wochenbett siehe Wochenbett

X

Y

Z

Zuckerbelastungstest / OGTT

Der OGTT, oraler Glukosetoleranztest, wird zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Nach der Bestimmung des Nüchternblutzuckerwerts trinkt die Schwangere eine Zuckerlösung. Nach einer und nach zwei Stunden wird wieder ein Zuckerwert aus dem Blut abgenommen. Hierbei handelt es sich um ein Routinescreening zur Diagnose eines Schwangerschaftsdiabetes. Zeigt sich mindestens ein krankhafter Wert, wird ein Blutzuckertagesprofil erstellt. In Folge wird zuerst versucht, mit ausgewogener Ernährung, Bewegung und intensiver Beratung den Blutzucker zu senken. In manchen Fällen kann es sein, dass eine Insulintherapie notwendig wird.

Zwillinge/Mehrlinge

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Eine Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaft birgt in manchen Fällen ein größeres Risiko für Mutter und Kinder und sollte so früh wie möglich diagnostiziert und sorgfältig betreut werden. Unterschieden wird zwischen zweieiigen (dizygoten) und eineiigen (monozygoten) Zwillingen. Zweieiige Zwillinge sind häufiger, sie entstehen durch zwei freigegebene Eizellen und zwei verschiedenen Spermien. Eineiige Zwillinge sind immer gleichgeschlechtlich und sehen sich nach der Geburt sehr ähnlich. Sie entstehen durch die Befruchtung einer Eizelle durch einen Samenfaden. Bei der Zellteilung kommt es zur kompletten Teilung und somit zur Ausbildung von zwei Embryonen.