Vater schafft’s

Wir werden das Kind schon schaukeln…

…denkt der werdende Vater und streicht sich verträumt über sein Bäuchlein. So cool sich manch einer vielleicht gibt, so sehr in Vorfreude ist er bestimmt auch. Mit Vorbereitung und Unterstützung wird man(n) gut in die neue Rolle schlüpfen. Vater werden ist nicht schwer: Frei von Stimmungsschwankungen und Beschwerden kann Vater in spe die Schwangerschaft als Begleiter genießen. Vielleicht sind einige Vorbereitungen für das neue Familienmitglied in der Wohnung zu treffen, Besorgungen für das Kinderzimmer zu machen und ein schnittiger Kinderwagen auszusuchen. Meist steht auch noch ein Geburtsvorbereitungskurs auf dem Plan. Nicht auszudenken, dass der so ausfallen könnte, wie man ihn aus Fernsehkomödien kennt: Gemeinsam atmen, akrobatische Geburtspositionen ausprobieren und viel peinliches Schweigen… und zurück bleiben am Ende zwei Fragen: Was hat sich die Natur nur dabei gedacht, und möchte ich wirklich bei der Geburt dabei sein? Keine Sorge, so läuft das nicht. Im Geburtsvorbereitungskurs warten wertvolle Tipps, die wichtige Aufgaben bewusst machen und Entlastung von zu hohen Erwartungen bringen. Dabei sein ist alles? Wenn es um den Beistand bei der Geburt geht, gilt es, dies als erstes zu klären. Denn nicht für jedes Paar ist die Anwesenheit des Mannes auch passend. Wer sich diesem gewaltigen Naturereignis nicht stellen möchte, sollte seine Zweifel im Vorfeld ansprechen. Auf diese Weise bleibt genug Zeit, eine andere Vertrauensperson um Unterstützung zu bitten. Wer sich jedoch dafür entscheidet, an der Seite seiner Frau zu bleiben, sollte sich auf ein gewisses Ohnmachtsgefühl einstellen: Während frau etwas ganz Wundervolles und Großes leistet, kann man(n) ihr nichts davon abnehmen. Das Wichtigste und Schönste ist meist ohnedies, einfach da zu sein und diese Zeit miteinander zu teilen.

Wochenbettmanager

Das Baby ist da! Nun folgt die Zeit, die kaum besser zu beschreiben ist als durch die beiden Wörter, aus denen sich ihr Name zusammensetzt: Wochen-Bett. Mutter und Kind sollen sich in diesen Wochen im gemeinsamen Bett von den Anstrengungen der Geburt erholen. Nun ist der große Auftritt des Vaters gekommen, und mit ihm beginnen auch die wunderbaren Momente des Bindungsaufbaus zum Baby: Haut an Haut, die Innigkeit erleben, wickeln, baden und trösten – das sind Aufgaben, die Väter sehr gut übernehmen können. Zu einem guten Wochenbettmanagement gehören aber auch: liebevoller Zuspruch, die Zubereitung von warmen Mahlzeiten, die Besucherströme liebevoll aber bestimmt einzudämmen und das Aufrechterhalten eines halbwegs intakten Haushalts, für den jedoch gilt: Ordnung ja, aber ohne Übertreibung. Das Baby stellt das Leben gerade völlig auf den Kopf, und es ist jetzt die größte Kunst, richtige Prioritäten zu setzen. Klingt nach ganz schön viel Arbeit und einer großen Umstellung. Aus gutem Grund sollten sich Väter daher idealerweise in den ersten Wochen nach der Geburt Urlaub nehmen.

9 Tipps, womit werdende Väter aktiv unterstützen können

  • Sanfte Berührungen sind die Sprache, die Gebärende am besten verstehen. Streichen Sie sanft über den Fußrücken Ihrer Partnerin, wenn sich ihre Zehen aufstellen oder einrollen. So erinnern Sie daran: Nicht die Zähne zusammenbeißen, sondern die Wehe gewähren lassen!
  • Nehmen Sie Ihre Frau an der Hüfte und schwingen Sie kreisend das Becken im Takt der Wehe.
  • Tolerieren Sie, wenn manches, das eben noch eine Wohltat war, Sekunden später forsch abgewiesen wird. Nicht aufgeben und später erneut einen Versuch wagen!
  • Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr Ihrer Partnerin. Eine Radfahrflasche ist das optimale Trinkgefäß während der Geburt: So kann in jeder Position getrunken werden, ohne etwas zu verschütten.
  • Eine volle Blase nimmt dem Baby die Möglichkeit, tiefer zu rutschen. Erinnern Sie Ihre Frau daran, auf die Toilette zu gehen.
  • Im Bereich der Lendenwirbelsäule werden Wehen häufig als sehr unangenehm empfunden – umso wohltuender wirkt eine Massage der sogenannten Michaelis-Raute. Sie lässt sich leicht finden, weil das rautenförmige Viereck oft durch deutliche Grübchen markiert ist.
  • Achten Sie darauf, verbrauchte Luft gegen Frischluft auszutauschen.
  • Sie sind ebenfalls lange auf den Beinen und unterstützen Ihre Partnerin tatkräftig. Vergessen Sie nicht aufs Essen und Trinken. Schließlich wollen Sie ja nicht zu den Vätern gehören, die im Kreißsaal umfallen, oder?
  • Geben Sie Halt, Nähe und Sicherheit, indem Sie sich als „lebendes Sofa“ hinter Ihre Partnerin setzen. Das stärkt nicht nur sinnbildlich den Rücken!