Pränataldiagnostik

Guter Hoffnung sein?

Jede Frau kann selbst entscheiden, ob sie Pränataldiagnostik in Anspruch nehmen will und wenn ja welche. Wenn ein Befund auffällig ist, ist es empfehlenswert, möglichst in Ruhe und ohne Zeitdruck weitere Schritte zu überlegen.

Jedes Paar wünscht sich ein gesundes Kind. Und doch wissen alle, dass es in der Schwangerschaft oder bei der Geburt Probleme geben kann. Die Erwartungen an die Pränataldiagnostik sind Sicherheit und Vertrauen, dass sich alles gut entwickelt. Oft erschüttert dann aber genau die Pränataldiagnostik das Vertrauen in einen normalen Schwangerschaftsverlauf und eine natürliche Geburt, da die ständige Suche nach „Fehlern“ und Abweichungen verunsichert. Vor allem, wenn vor der Untersuchung nicht geklärt wird, welche Methode was aussagen kann. Auch ist die Berechnung von Wahrscheinlichkeiten nicht die erhoffte klare Aussage „Alles o.k.!“.

Pränataldiagnostik umfasst spezielle medizinische Untersuchungen in der Schwangerschaft, um das Wachstum des ungeborenen Kindes zu beurteilen, sowie um Auffälligkeiten zu erkennen, die Hinweise auf Erkrankungen oder Behinderungen sein können.

Nicht-invasive Untersuchungen werden nur außerhalb des Körpers vorgenommen. Dazu gehören Ultraschalluntersuchungen, speziell Nackendichtemessung, Doppler-Ultraschall und Organscreening, sowie mittels Blutabnahme bei der Mutter der Combined Test und der Triple Test. Zu den invasiven Methoden gehören Chorionzottenbiopsie (Entnahme von kleinen Bestandteilen aus der Plazenta), Amniozentese (Fruchtwasserpunktion) und Chordozentese (Nabelschnurpunktion).

Zur Schwangerenvorsorge gehören in Österreich (lt. Mutter-Kind- Pass) regelmäßige Untersuchungen durch den Facharzt/die Fachärztin. Im Rahmen der Vorsorge sind drei Ultraschalluntersuchungen vorgesehen. Diese werden auch von den Krankenkassen bezahlt. Nackendichtemessung und Organscreening sind zusätzliche Untersuchungen.

Ein paar Anregungen zum Überlegen:

  • Jede Schwangere kann selbst bestimmen, ob sie Pränataldiagnostik in Anspruch nehmen will und wenn ja welche (keine finanziellen Nachteile bei Nicht-Inanspruchnahme).
  • Bei jedem „normalen“ Ultraschall kann bereits eine Abweichung und Auffälligkeit diagnostiziert werden.
  • Nicht jede Krankheit/Behinderung ist durch Pränataldiagnostik erkennbar.
  • Auffällige Befunde können vor weitere schwerwiegende Entscheidungen stellen.
  • Pränataldiagnostik ist keine Garantie auf ein gesundes Kind!
  • Sollte ein Befund auffällig sein, möglichst in Ruhe und ohne Zeitdruck weitere Schritte überlegen und nicht sofort entscheiden.

Die Broschüre „Pränataldiagnostik – Spezielle vorgeburtliche Untersuchungen“ informiert über Methoden und Beratungsangebot. Zu bestellen bei: Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend. www.bmwfj.gv.at, Tel. 0810-013571

Hebamme Monika Osazuwa, Wien