Schwangerschaft

Mit der Hebamme in der Schwangerschaft

Frauen mit normal verlaufender Schwangerschaft können sich durch Hebammenbetreuung Unterstützung auf ihrem Weg zum Kind holen.
 
Der Schwangerschaftsverlauf und das Wachstum des Kindes werden mit Hilfe der Leopold’schen Handgriffe beim Abtasten des Bauches der schwangeren Frau beobachtet und erklärt. Dies ermöglicht die Feststellung der Lage und gibt Auskunft über das Größenwachstum des Kindes. Mittels Holzstethoskop oder eines elektronischen Gerätes zum Verstärken der Herztöne kann die Hebamme auch Auskunft über den Vitalzustand des Babys geben. 
 
Zusätzlich ergibt sich aus dieser für die Schwangerenversorgung so wichtigen Untersuchung Gesprächsstoff über Spannungszustände im Körper, Zweifel über die Gesundheit des Kindes, Fragen nach den körperlichen Gegebenheiten und Abläufen während der Geburt. Die Hebamme gibt Tipps zum Umgang mit den körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft, zur Wahl des Geburtsortes, Ernährungsberatung und Vorbereitungen für ein angenehmes Wochenbett. Im Lauf der Schwangerschaft beantwortet sie anstehende Fragen, seien sie auch noch so klein und scheinbar unwichtig. Ihr Blick fällt auf den Körper der Frau, die Empfindungen und Sorgen der Schwangeren und die neuen Umstände in der heranwachsenden Familie. Indem sie auch den werdenden Vater hört, entlastet die Hebamme die Frau und gibt dem Mann fachkompetente Auskunft. 
 
Eine sehr erfreuliche Neuerung ist die Aufnahme eines freiwilligen Beratungsgesprächs mit einer Hebamme in der 18. bis 22. Schwangerschaftswoche in den Mutter-Kind-Pass. So steht allen Frauen die kostenfreie Möglichkeit offen, bereits in der Schwangerschaft mit einer Hebamme in Kontakt zu treten. Im Zuge dieses Gesprächs können Informationen zu Geburt, Wochenbett und Stillen eingeholt, Fragen zum Verlauf der Schwangerschaft beantwortet, Kursangebote erfragt werden und vieles mehr. Über diesen einen Beratungstermin hinausgehend, wird Hebammenbetreuung in der Schwangerschaft nur im Falle einer geplanten Hausgeburt oder einer ambulanten Geburt von den Krankenkassen bezahlt bzw. teilweise erstattet.
 
Ausnahme: Im Hebammenzentrum Wien findet zurzeit kostenlose Schwangerenbetreuung
im Rahmen eines Pilotinnenprojektes statt. Dabei ist es der Frau durch die wiederkehrenden Betreuungstermine möglich, aktuelle Fragen zu stellen, andererseits können auch größere Sorgen und Belastungen, die ein Vertrauensverhältnis brauchen, um angesprochen zu werden, zum Thema werden. Eine intensive Schwangerenbetreuung gibt den Hebammen die Möglichkeit, zeitgerecht und aufmerksam kleine oder größere
Veränderungen im Alltag der Frau anzuregen. Belastende Lebensgeschichten können
sich auf den Geburtsverlauf und das Verhältnis der Frau zu ihrem Kind auswirken. Werden diese in der Schwangerschaft erkannt, kann auch Hilfe angeboten werden. 
 
Die Hebamme ist dazu ausgebildet, eine Frau ab Beginn der Schwangerschaft bis zur Geburt umfassend zu betreuen. Sollte sich die Notwendigkeit zur Zuziehung eines Arztes/einer Ärztin ergeben, so wird sie dies in die Wege leiten. 
 
Normalerweise geht die hebammenbetreute schwangere Frau in Österreich auch im Falle einer normal verlaufenden Schwangerschaft zum Frauenarzt/zur Frauenärztin, weil sie nur so Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld hat.